Matinée – VeP bei den Puppenfesttagen in Neustadt-Coburg
von Redaktion • 12.3.2010 • Kategorie: SzeneDie Puppenfesttage in Neustadt bei Coburg am Himmelfahrtswochenende sind ein Pflichttermin für jeden Puppenkünstler. Da darf natürlich auch der VeP, der Verband europäischer Puppenkünstler, nicht fehlen. Auf einer großen Ausstellung präsentieren die Mitglieder über 100 neue Kunstwerke.

Chantal und Pierrot, zwei aufeinander abgestimmte Arbeiten von Hiltrud Schwing

Zwei PorzellanPuppenkinder in anrührender Pose, gefertigt von Eva Danker

VeP-Präsident Karl Rademann
Am 13. Mai 2010 um 14.00 Uhr beginnt die große Verbandsausstellung in der Thüringisch-Fränkischen Begegnungsstätte. Die Künstlerin Heidemarie Doyé hatte bereits Mitte des vergangenen Jahres damit begonnen, die Ausstellung vorzubereiten. Mehr als 30 aktive Künstler haben inzwischen eine feste Zusage für ihre Teilnahme gegeben. „Das ist eine absolute Rekordbeteiligung seit der Gründung des Verband“, so der Präsident Karl H. Rademann.
Nostalgische Puppenkunst?
Jedes Künstlermitglied des VeP wird drei seiner Arbeiten aus der letzten Zeit auf dieser Ausstellung vorstellen. Bei der Qualität der Arbeiten der VeP-Künstler ist die Schau somit – parallel zur Vergabe des Max-Oscar-Arnold-Preises – ein Highlight der Puppenfesttage. „Die Arbeit des Präsidiums scheint erste Früchte zu tragen. Nicht nur das Engagement der zahlreich teilnehmenden Puppenkünstler ist zu erwähnen, auch das überaus große Interesse für den VeP macht uns Hoffnung für die Zukunft. Bis Ende des Jahres 2009 hatten wir zehn neue Mitglieder zu verzeichnen und die Anfragen für eine Neuaufnahme, sowohl als aktiver Künstler als auch als Fördermitglied, nehmen nicht ab“, freut sich Karl Rademann.
Die Puppenkunst sei keine nostalgische Angelegenheit, sondern ein Bestandteil der zeitgenössischen Kultur aller Länder, ist der VeP-Präsident überzeugt. „Durch die Vielfalt der gestalterischen Möglichkeiten für den Künstler als auch der Fantasie der Betrachter und Liebhaber ist die Puppenkunst in den letzten Jahren wieder stärker als eigenständige Form der Kunst in das Bewusstsein der Betrachter geraten. Die Puppenkunst spielt eine wichtige Rolle im Leben vieler Menschen. Die Beurteilung darüber, was Kunst ist, sollte nicht zu einem Diktat einer sich selbst als qualifiziert einschätzenden Gruppe werden“, erläutert Rademann.
Wandel der Kunst
Puppenkünstler sind Kunstschaffende, die viele Fähigkeiten nebeneinander besitzen müssen. Neben der Fähigkeit des Modellierens, bauen viele Künstler die notwendigen Formen aus Gips selbst. Das Gießen des flüssigen Porzellans, das Brennen, das Schleifen, das Bemalen sind Tätigkeiten, die neben dem handwerklichen Können viel künstlerische Kreativität erfordern. Das Wichtigste aber ist das künstlerische Gefühl für das gesamte Arrangement einer Künstlerpuppe. Karl Rademann ist begeistert: „Besonders stolz sind wir darauf, dass sich wieder mehr junge Menschen für die Puppenkunst interessieren und dass die künstlerischen Fähigkeiten der Hersteller gewürdigt werden.“ Gerade die Puppenkunst in Deutschland, die sich früher in erster Linie durch die Produzenten wie Armand Marseille, Kämmer & Reinhardt, J. D. Kestner in der Gegend um Sonneberg, Waltershausen, Neustadt und Coburg und weniger durch die Puppenkünstler in Szene setzte, wandelte ich durch das Engagement der Puppenkünstlerin Käthe Kruse. Seit Ende der siebziger Jahre gibt es eine Renaissance der Puppenkunst. „Vollkommener, kreativer und mit wesentlich ausgefeilterer technischer Perfektion sind vor allem die hochwertigen Künstlerpuppen aus Porzellan und anderen Materialien. Weltweit sind auf Ausstellungen, gerade auch von deutschen Puppenkünstlern, wahre Wunderwerke zu bestaunen“, urteilt Rademann.

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